Oma, lass uns skypen!

Ganz trocken heißt es in einem Abschlussbericht des Bundesministeriums für Gesundheit, dass „[d]ie technische Unterstützung Pflegebedürftiger […] zunehmend an Bedeutung“ gewinne. Fünf Gründe werden aufgeführt – die üblichen Verdächtigen:

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Zusammengestellt mit den Schlagworten aus einem Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit.

Nur was bedeutet das für die Familien konkret? Sind die Entwicklungen also primär von Arbeitsmarkt- und Bevölkerungszahlen getrieben? Für mich liegt in den Zahlen nur ein Teil der Antwort.

So frage ich mich: Wie viele Enkel bringen ihrer Oma gerade das Skypen, also das Telefonieren mit Bild über das Internet, bei? Werden videobasierte Überwachungssysteme mit intelligenten Sensoren ersetzt? Hat der Notrufzug an der Badewanne ausgedient, weil er durch eine tragbare Uhr am Handgelenkt ersetzt wird? Viele dieser Fragen haben sich die 2,7 Millionen Familien mit einem pflegebedürftigen Mitglied auch schon durch den Kopf gehen lassen?

Technologie ist intuitiver geworden. In den 90er Jahren haben wir gelernt, Daten in Computer einzugeben. Seit der Jahrtausendwende, wissen wir, dass das auch mit einem kleinen tragbaren Telefon funktioniert. Das Resultat: Wer gute Augen hatte und am Anfang seiner beruflichen Laufbahn stand, konnte mitmachen. Die schwarzgrauen Oberflächen vor den großen Bildschirmen haben das Schreiben von Serienbriefen einfacher gemacht, aber auch Generationen voneinander getrennt.

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Wie lange ist es her, dass unsere Telefone so aussahen?

Erst in den letzten Jahren sind wir dazu übergangen, Technik mit unseren Sinnesorganen zu steuern. Unsere primäre Aufgabe ist es immer weniger, Daten über umständliche Tastaturen und kleine Tasten einzugeben. Stattdessen lernen wir Technologie als einen persönlichen Assistenten für uns kennen. Wählscheiben und Tastaturen werden von berührungssensiblen Oberflächen abgelöst: das (Senioren) Tablet. Damit ist der Skype Anruf bei der Enkelin nur noch eine Berührung entfernt. Wenn die Ohren nicht mehr ganz so gut hören wollen, haben wir bisher den Klingelton immer lauter eingestellt. Mit intelligenten Uhren wird es möglich, das Klingelingeling durch ein Vibrieren am Handgelenk zu ersetzen. Und wie viele Familien haben darüber nachgedacht, mit einer kleinen Kamera zu schauen, ob die Oma nicht gefallen ist. Jetzt kommen intelligente Sensoren, die einen Alarm auslösen, wenn die Bewegungsabläufe nicht mehr zusammenpassen – ganz ohne Beobachten.

So heißt es auch im Bericht des Bundesministeriums für Gesundheit, der sich mit der „Unterstützung Pflegebedürftiger durch technische Assistenzsysteme“ im Jahr 2013 befasst hat: „Die technischen Assistenzsysteme zur Unterstützung älterer und pflegebedürftiger Menschen befinden sich in einem Prozess stetiger Weiterentwicklung.“ Mit einem Blick auf den technologischen Fortschritt kommt dieser fortwährende Wandel aber nicht alleine vom demographischen Wandel. Vielmehr sind es die Tüftler und Erfinder wie das Team von Comfylight aus Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern, die mit ihren Entwicklungen Technologie für alle Generationen zugänglich machen. So behaupte ich, dass die umgedrehte Alterspyramide mit all ihren Herausforderungen eine Chance für intelligente Erfindungen sein kann. Entdecken Sie diese in Kürze im Lindera Shop!

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