Skype, Smart Home, ein Tablet? Ne, das ist nichts mehr für mich

Es gibt Sätze, die haben wir in den letzten zwei Wochen so oft gehört – über alle Generationen hinweg:

Ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.

Laut Dr. Annina Ligniez  sei dieser Satz eine der 100 Floskeln, die wir am häufigsten verwenden. Ligniez hatte am ersten Advent eine ökumenische Kaffeetafel für mehr als 500 Senioren im Münsterland moderiert. Ihre Antwort auf die Weihnachtsstimmung kommt dabei so charmant her:

Lasst uns doch erst einmal Advent feiern.

Die Einstimmung scheint ihr gelungen zu sein. Im Saal der westfälischen Stadthalle wurde viel gesungen: Psalmen, ein Kanon und Weihnachtslieder. Doch frage ich mich, an welcher Stelle die Floskel für die Altersverweigerung rangiert:

Für mich ist das nichts mehr.

Wie viele Goldies glauben, dass sie kein Silver Surfer mehr werden wollen? Aber würden sie nicht insgeheim nur zu gerne mit dem Enkel in Australien per Videotelefonie reden? Wie viele Senioren schütteln bei dem ganzen technischen Schnickschnack den Kopf? Doch sind es denn nicht die kleinen Helfer des Alltags, die sie ganz nah und zu jeder Zeit an viele Freunde und Verwandte heranrücken lassen? Und wie viele Senioren wären überrascht, wenn sie wüssten, dass dieser ganze Schnickschnack heute gar nicht mehr so kompliziert ist? Dass sich ein Tablet mit zwei, drei Fingertipps auf dem Bildschirm navigieren lässt?

@Dr. Annina Ligniez: Ich wette, Sie haben auch eine charmante Antwort auf diese Altersverweigerung?

Jedenfalls kann der Kaffeeklatsch von Flensburg bis Konstanz, von Münster bis Leipzig, ruhig weitergehen. In der Stadthalle. In kleiner Runde im Wohnzimmer. Und gerne auch mal via Skype oder mit einer der kostenlosen Nachrichtentechniken fürs Handy wie Whats App. Vielleicht haben wir dann bald 101 Floskeln:

Das ist alles ganz einfach.