Lindera Mitarbeiter No. 1: Vom Hörsaal ins Start-up zur Masterarbeit

Rückblick in das Jahr 2016. Ich bin frisch examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger und beginne das zweite Semester Pflegemanagement an der Hochschule Fulda. Als sogenannter Digital Native habe ich mich schon früh mit Computern, Smartphones und den Vorteilen auseinandergesetzt, die die neuen Technologien mit sich bringen. Deshalb waren auch die Module, in denen es um Pflege 4.0 und Digitalisierung im Gesundheitswesen ging, besonders spannend für mich. Genau in der Zeit springt mir die Stellenausschreibung eines jungen Unternehmens ins Auge – Lindera. Nach kurzem telefonischem, sowie E-Mail-Kontakt mit Diana Heinrichs bekam ich auch gleich die erste Aufgabe.

Alles pragmatisch, schnell und unkompliziert – gefiel mir sehr. Diese Aufgabe habe ich scheinbar so zur Zufriedenheit gemacht habe, dass ich bis heute Teil von Lindera sein darf. Als einer der ersten Mitarbeiter konnte ich den Umzug von Frankfurt nach Düsseldorf und später nach Berlin miterleben, habe viele Kollegen kennen und schätzen gelernt und habe mich weiterentwickelt – alles aus dem Homeoffice. 2018 konnte ich meinen Bachelor-Abschluss erlangen und studiere seitdem im Master an Hochschule Koblenz. Nicht nur persönlich, auch meine Arbeitsweise hat sich in den fünf Jahren dank Lindera enorm verbessert, die Kommunikation mit den Kollegen und Kunden, die eigene Disziplin und nicht zuletzt die fachliche Expertise.

Nicht nur ich habe mich verändert und weiterentwickelt. Natürlich hat sich auch Lindera verändert und verbessert. Das ursprüngliche Produkt, womit wir 2017 auf der Altenpflege in Nürnberg geworben haben, wurde so nie weiterentwickelt. Das, was daraus entstanden ist, ist ein riesiger Sprung: Algorithmen und künstliche Intelligenz.

Allein mit diesen Begriffen auch nur ansatzweise im Gesundheits- bzw. vor allem im Pflegemarkt Fuß fassen zu können, ist eine unfassbare Leistung. Dann auch noch so ein Standing zu bekommen, dass selbst der Gesundheitsminister indirekt Werbung macht, indem er unser Produkt als Beispiel für eine DiPA nennt, ist noch viel unglaublicher.

Hierfür gebührt Diana, Yannick und dem gesamten Team ein riesen Respekt. Das nach diesem Erfolg nicht aufgehört wird und weitere Möglichkeiten zur Distribution des Kernproduktes gesucht werden, ist nach solch einem Erfolg klar. Mit dem neuen Produkt Software Development Kit (SDK) soll jetzt der Algorithmus in Fitness- und Therapiesapps implementiert werden, um diese noch besser zu machen. Damit dieses Produkt erfolgreich vertrieben werden kann, ist es notwendig, zu wissen, wie potenzielle Kunden dazu stehen.

In meiner Masterthesis mit dem Titel „Prävention durch appbasierte Bewegungslösungen – eine Akzeptanz- und Motivationsstudie“ habe ich mich evidenzbasiert damit befasst. Inhaltlich wurde den Probanden eine fiktive App vorgestellt, bei der man verschiedene Bewegungsübungen durchführen kann und sich dabei filmen lassen kann.

Hierzu gab es drei Fallbeispiele, in die sich die Probanden eindenken sollten. Beim ersten Fallbeispiel wird von einem Arzt empfohlen eine solche App als zusätzliches Hilfsmittel zur Reha nach einem Beinbruch zu nutzen, beim zweiten Fallbeispiel wird es ebenfalls durch einen Arzt bei einer unklaren chronischen Erkrankung und beim dritten Fallbeispiel als Empfehlung eines Freundes oder der Familie. Bei der quantitativen Studie konnte ich mit 405 vollausgefüllten Fragebögen arbeiten. Die folgende Abbildung zeigt die allgemeine Zustimmung aller Probanden. In dieser Studie zeigte sich insgesamt eine hohe Zustimmungsrate:

Um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten, wurden zuvor Hypothesen erstellt:

  • H1: Je jünger die Person, desto höher ist die Akzeptanz der Nutzung von solchen Bewegungsapps
  • H2: Je höher frequentiert die Nutzung des Smartphones ist, desto höher ist die Akzeptanz der Nutzung von solchen Bewegungsapps
  • H3: Je mehr sich ein Mensch bewegt, desto höher ist die Akzeptanz der Nutzung von solchen Bewegungsapps.
  • H4: Je besser der individuelle Gesundheitszustand ist, desto höher ist die Akzeptanz der Nutzung von solchen Bewegungsapps.

In aller Kürze konnte den beiden ersten Hypothesen durch diese Studie zugestimmt werden. Die Korrelationskoeffizienten ließen eine hohe Korrelation zwischen den beiden Hypothesen und der Studie zu. Vereinfacht gesagt: jüngere Probanden der Studie und solche, die ihr Smartphone häufig in den Händen halten, stimmen einer solchen App tendenziell eher zu. Bis hierhin zeigt die Studie keine großen Überraschungen. Für die Hypothesen H3 und H4 konnten keine Verhaltensmuster in den Korrelationen erkannt werden. Dementsprechend kann diesen Hypothesen nicht zugestimmt werden. Hier zeigte die Studie teilweise sogar eher das Gegenteil. So würden Probanden der Studie eher die App nutzen, die gesundheitliche angeschlagen sind und die sich weniger bewegen.

Interpretieren, kann das jeder individuell für sich. Für uns sind diese Ergebnisse und die Erkenntnisse sehr wertvoll für weitere interne Entwicklungen, sowie Gespräche mit potenziellen Kunden. Im weiteren Verlauf können darauf aufbauend weitere Korrelationen erforscht und Marketing- sowie Entwicklungsstrategien abgeleitet werden.

An dieser Stelle sage ich vielen Dank an Lindera, vielen Dank vor allem an Diana und Yannick und natürlich an alle Kollegen und die, die es mal waren, für die lange Reise, für das Gelernte und die Entwicklungsmöglichkeit. Für mich endet der Weg mit Lindera in den nächsten Wochen. Ab Juni werde ich auf der anderen Seite des Tisches versuchen, die Digitalisierung im Gesundheitswesen von der Leistungserbringerseite aus zu koordinieren und anzugehen. Darauf bin ich sehr gespannt und so gehe ich mit einem lachenden und freudig erwartenden Auge und einem weinenden, bezogen auf die letzten fünf Jahre. Fest steht, ich bleibe immer Mitarbeiter No. 1 und haben ein Stück Pflegegeschichte mitgeschrieben.