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    AOK Niedersachsen bringt digitalen Fortschritt in die Pflege

    08. März 2021 von Alissa Dovgucic

    Lindera App soll Sturzrisiko bei Pflegeheimbewohnern verringern  

    Hannover/Berlin, 8. März 2021. Ältere Menschen neigen häufiger zu Stürzen, oft hat dies schwerwiegende Folgen. Gemeinsam mit dem Health-Tech-Unternehmen Lindera hat die AOK Niedersachsen jetzt eine App in 54 niedersächsischen Pflegeheimen eingeführt, mit der Sturzrisiken verringert werden sollen. Seit Januar 2021 werden Pflegebedürftige mithilfe der SturzApp gezielt mobilisiert.

    Es gibt viele Gründe für Stürze: So lassen etwa Kraft, Beweglichkeit und Reaktionsvermögen im Alter nach. Statistisch gesehen stürzen mehr als 30 Prozent der über 65-Jährigen mindestens einmal jährlich. Ab 80 Jahren sind es bereits 50 Prozent.

    „Diese Daten zeigen, dass die Sturzgefahr mit zunehmendem Alter wächst. Hier besteht dringend Handlungsbedarf“, betont Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen.

    Neue digitale Technologie in der Pflege

    Im Rahmen des zweijährigen Pilotprojekts mit der AOK werden landesweit mehr als 5.700 Seniorinnen und Senioren von den Leistungen der digitalen Mobilitätsanalyse profitieren. Die Bedienung der App ist einfach: Pflegekräfte zeichnen mit einer Tablet-Kamera oder dem Smartphone das Gangbild einer pflegebedürftigen Person in einem 20- bis 30-sekündigen Video auf. Daraufhin erkennt die Anwendung Unsicherheiten beim Gang. Auf Basis der Analyse und eines zusätzlichen Fragebogens übersetzt die künstliche Intelligenz die Ergebnisse direkt in individuelle Empfehlungen zur Sturzprävention, zum Beispiel Bewegungsangebote.

    Im Rahmen der Kooperation mit der AOK Niedersachsen integriert Lindera zusätzlich Übungen aus den Bereichen Mobilitätstraining und Kraft- und Balancetraining des AOK-Präventionsprogramms „Aktiv, sicher und mobil“ in das unternehmenseigene System.

    Neben dem Schutz vor Stürzen von Pflegeheimbewohnern können auch die mehr als 1.100 Pflegefachkräfte in der Betreuung der Senioren entlastet werden. So lassen sich unter anderem Präventivmaßnahmen besser planen, dokumentieren und koordinieren. Ein weiterer Vorteil: Durch die App-Technologie ist die Gangbildanalyse standortunabhängig einsetzbar und davon profitiert ein Flächenland wie Niedersachsen.

    „Die SturzApp ermöglicht es, Präventivmaßnahmen effizient und passgenau auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten auszurichten. Damit setzen wir Maßstäbe“, erklärt Dr. Peter.

    Gemeinsam mit Lindera soll die Digitalisierung in niedersächsischen Pflegeheimen vorangetrieben werden. „Im DianaPflegezentrum haben wir bereits erkannt, dass moderne technologische Hilfsmittel die Pflege revolutionieren werden – sei es bei der individuellen Betreuung unserer Patientinnen und Patienten oder der effizienten Dokumentation des Pflegealltags“, sagt Heinz-Josef Schüler, stellvertretender Geschäftsführer des DianaPflegezentrums in Bad Bevensen. „Die Partnerschaft der AOK Niedersachsen mit Lindera gibt unserer Branche einen großen Innovationsschub, der die Weiterentwicklung des Sektors nach vorne katapultiert.“

    „Mit der Integration des Präventionsprogramms ‚Aktiv, sicher und mobil‘ der AOK Niedersachsen in unser System ermöglichen wir Menschen, ihre Mobilität zu fördern und zu erhalten – ob in Städten oder auf dem Land. Gemeinsam mit unseren Partnern zeigen wir so einmal mehr: Mit Innovation und Lust auf Neues überwinden wir die Grenzen des Gesundheitssystems“, sagt Diana Heinrichs, Gründerin und CEO von Lindera.

    Hintergrund:

    Die AOK Niedersachen setzt sich aktiv für mehr Mobilität und Lebensqualität von Pflegebedürftigen ein. Unter dem Dach der AOK-Gesundheitspartnerschaft bietet sie stationären Pflegeeinrichtungen seit 2021 verschiedene Präventionsangebote als Paket an. Eines dieser Angebote ist das Präventionsprogramm „Aktiv, sicher und mobil“. Damit soll im Speziellen die Mobilität von Pflegebedürftigen in stationären Pflegeheimen aufrechterhalten und gefördert werden. In kostenlosen Fortbildungen werden Pflegefachkräfte, Betreuungskräfte und Alltagsbegleiterinnen- und Begleiter in praktischen Übungen geschult, wie sie die physische und kognitive Leistungsfähigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner verbessern können.

    Über die AOK Niedersachsen

    Die AOK ist die größte Krankenversicherung in Niedersachsen (Marktanteil 38 Prozent). 2,9 Millionen Versicherte können sich auf den Schutz einer starken Gemeinschaft verlassen. Zwischen Nordsee und Harz ist die Gesundheitskasse an 121 Standorten vertreten. Die AOK beschäftigt landesweit rund 6800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Haushaltsetat beträgt in der Kranken- und Pflegeversicherung 14,1 Milliarden Euro.

    Über Lindera GmbH

    Lindera entwickelt Data Science-Lösungen für die Pflege und Gesundheitswirtschaft. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Kreuzberg wurde Anfang 2017 gegründet. Für seine technologische Innovation (KI) im Bereich der 3D-Bewegungsanalysen wurde Lindera mehrfach von Fachjurys ausgezeichnet. Das Unternehmen hat den Demografie Exzellenz Award 2017, die Start-up Challenge auf der Altenpflege 2018 und den Digital Health Wettbewerb der BARMER gewonnen. Für den Einsatz im Entlassmanagement und im Bereich Geriatrie/Reha wurde Lindera von führenden Krankenhausbetreibern zum Medica Start-up 2018 gewählt. Lindera wird u.a. vom renommierten Frühphaseninvestor„Rheingau Founders“ (Mitinitiatoren von Lieferando.de / Simplesurance / Medlanes / Humanoo) unterstützt, Entwicklungspartner sind u.a. die AOK Nordost und die Malteser.

    Was Kunden sagen

    Gerade wenn Menschen älter werden, erhöht sich das Risiko für Stürze. Wir kooperieren in acht Bundesländern, um mit der Lindera SturzApp die komplexen Gangbewegungen zu analysieren und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz das individuelle Sturzrisiko der Senior*innen zu ermitteln.

    Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH

    Mit der Integration der Lindera Mobilitätsanalyse in unsere myneva.heimbas Pflegesoftware ermöglichen wir Pflegekräften, die Analyse einfach und schnell zu dokumentieren und damit ihren Arbeitsalltag zu optimieren.

    Dr. Hartmut Clausen, Geschäftsführer der myneva

    Künstliche Intelligenz im Pflegealltag: Indem wir die Lindera Mobilitätsanalyse in unser System integrieren, öffnen wir unsere Plattform für Innovationen und verankern gleichzeitig eine konkrete Prozessverbesserung in den Einrichtungen.

    Iris Christiansen, Geschäftsführerin DAN Produkte

    Digitalisierung in der Pflege bedeutet die dadurch veränderten analogen Strukturen zwingend mitzudenken, gerade in organisierter stationärer Pflege. Bei der Evaluation des Lindera-Mobilitätsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen gilt es daher den „dyadischen“ Nutzen für Pflegende und Gepflegte in den Blick zu nehmen. Unsere Erwartung ist hier, pflegerischen Nutzen nachhaltig nachweisen zu können.

    Prof. Dr. habil. Jürgen Zerth, Institutsleitung Forschungsinstitut IDC

    Die Partnerschaft mit Lindera ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg, den Pflegebedürftigen eine moderne, digitale Versorgung zu bieten. Mit Lindera gewinnen wir einen echten Vorsprung durch Technik für die mit uns kooperierenden Einrichtungen, Pflegekräfte und natürlich die Senior*innen.

    Dirk Lauenstein, Vorstand der Audi BKK

    Die KNAPPSCHAFT und Lindera bieten mit der SturzApp eine Möglichkeit, Sturzprävention auf der Basis neuer Technologien und Erkenntnisse zu ermöglichen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um Mobilität und Lebensqualität unserer Versicherten zu erhalten oder zu verbessern.

    Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

    Wir sehen in Lindera einen innovativen Projektpartner mit dem wir einen gemeinsam Weg zur weiteren Digitalisierung für unsere Kunden gehen wollen.

    Dana Kadach, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Pflege-Vertragsmanagement stationär

    Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Niemand ist gern abhängig. Und niemand möchte im Alter den eigenen Kindern zur Last fallen. Die Digitalisierung bietet uns die Chance, mit neuen Technologien und hoher Flexibilität unsere Selbstbestimmung länger zu erhalten. Die Perspektive muss sein, länger zu Hause leben zu können und sich dennoch sicher zu fühlen.

    Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, MdB

    Mit Lindera haben wir einen starken Partner an unserer Seite auf dem Weg in die digitale Pflege. Die Einführung der Lindera Mobilitätsanalyse erhöht die Service-Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und erleichtert den Alltag unseres Pflegepersonals.

    Sascha Saßen, Leiter für Qualität und Ethik bei KORIAN Deutschland

    Die Maßnahmenplanung muss von der Bedarfsanalyse des Bewohners abgeleitet sein – das kann mit digitaler Unterstützung geschehen. Sie muss vor allem individuell, qualitätsgesichert und gemäß Expertenstandard aktuell sein.

    Kerstin Steinke, Leiterin Geschäftsbereich Pflege MDK Sachsen-Anhalt e.V.

    Wir erhoffen uns von Lindera ein validiertes und technisch unterstütztes Assessmentverfahren, welches in der Praxis von Senioren, Angehörigen und Pflegekräften einfach angewendet werden kann. Durch eine wissenschaftliche Begleitung der App soll dies gelingen

    Dr. Anika Heimann-Steinert, Charité Universitätsmedizin Berlin

    In der stärkeren Kooperation mit Social Entrepreneurs sehen wir als Caritas ein großes Potenzial, um gemeinsam die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu schultern und soziale Innovationen zu verbreiten. Unsere Zusammenarbeit mit der Lindera GmbH mit ihrer innovativen Mobilitätsanalyse ist hierfür ein sehr gutes Beispiel.

    Sebastian Koppers, Geschäftsführer Caritas Münster