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    Kaufmännische Krankenkasse Hannover und Lindera: Mobilität fördern per App und Smartphone

    01. März 2021 von Alissa Dovgucic
    • Berliner Health-Tech-Unternehmen und KKH setzen auf Partnerschaft für mehr Mobilität in stationären Pflegeeinrichtungen
    • Zusammenarbeit soll bei Entwicklung von KI-Datenbank helfen
    • Gemeinsames Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung der digitalen Mobilitätsanalyse                                   

    Berlin, 1. März 2021. Die Kaufmännische Krankenkasse Hannover (KKH) und das Health-Tech-Unternehmen Lindera treiben gemeinsam die Themen Mobilitätserhalt und Sturzprävention voran. Ab jetzt können 33 stationäre Einrichtungen der KKH die Lindera Mobilitätsanalyse nutzen und mit der App das Sturzrisiko bei Senior*innen frühzeitig erkennen und messbar senken. So können die Mobilität und Selbstständigkeit der Bewohner*innen erhalten und gefördert werden. Teil der Kooperation ist ein Forschungsprojekt, bei dem in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité die Akzeptanz sowie Benutzerfreundlichkeit der App erforscht wird.

    Die KKH gehört zu den innovationsstärksten Krankenkassen Deutschlands. Neben individuellem telefonischen Gesundheitscoaching setzt die KKH auf innovative Behandlungsmodelle, z. B. für Migräne, Rheuma, Harninkontinenz und Vorhofflimmern. Das Behandlungsmodell Hilfe bei chronischen Kopfschmerzen und Migräne in München und Jena wurde vom Bundesverband Managed Care zudem als beispielhaftes Leuchtturmprojekt ausgezeichnet.

    Gemeinsam mit Lindera bringt die Kaufmännische Krankenkasse Hannover technologische Innovation nun in stationäre Pflegeeinrichtungen. 33 Pflegeheime der KKH werden im Zuge der Zusammenarbeit mit der KI-basierten Mobilitätsanalyse ausgestattet. Insgesamt profitieren über 3.000 Bewohner*innen in den acht Bundesländern Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein von der detaillierten Analyse der Lindera SturzApp. Die Lindera Mobilitätsanalyse ermöglicht es, das Sturzrisiko der Bewohner*innen präzise und objektiv zu ermitteln. Über die App wird ein 3D-Bild der Gangbewegung aufgenommen und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) analysiert. Senior*innen erhalten so eine detaillierte Analyse ihres Sturzgrads sowie individuelle Vorschläge für Präventionsmaßnahmen, die in die Betreuung einfließen. Mit dem Einsatz der Mobilitätsanalyse kann so die Sturzprävention und die Mobilität von den Senior*innen in stationären Einrichtungen gefördert werden.

    Bestehende Partnerschaft: Erste Gespräche schon in der Vor-Corona-Zeit

    „Der Startschuss der Partnerschaft zwischen Lindera und der KKH datiert noch aus der Zeit vor Corona“, so Dr. Wolfgang Matz, der Vorsitzende des KKH-Vorstands. „Während des BMC-Kongresses haben wir uns darüber ausgetauscht, wie eine stetig alternde Gesellschaft bestmöglich versorgt werden und wie die Entwicklung einer KI-Datenbank, die speziell auf ältere Menschen und ihre Krankheitsbilder ausgerichtet ist, neue Möglichkeiten eröffnen kann.“ Der Aufbau einer solchen KI-Datenbank steht im Fokus der Partnerschaft: Anhand der anonymisierten Daten von Senior*innen wird der Algorithmus von Lindera trainiert. So sollen Lösungen gefunden werden, die älteren und multimorbiden Menschen mehr Unabhängigkeit ermöglichen und durch die künftig Krankheitssymptome besser erforscht werden können.

    Im Rahmen der Kooperation kommt Linderas Mobilitätsanalyse künftig in den Einrichtungen von Artemed, DRK Segeberg, Hospital at Home, Katharinenhof, Alloheim und Korian zum Einsatz. Die Pflegekräfte dokumentieren die Bewegungsabläufe der Bewohner*innen mit der Lindera SturzApp, die die Analysedaten anonymisiert in die KI-Datenbank überträgt. „Mit Lindera haben wir einen starken Partner an unserer Seite. Gerade die Auswirkungen von Corona haben nochmals verdeutlicht, wie wichtig Innovationen sind. Gemeinsam wird es uns gelingen, die digitale Entwicklung im Gesundheits- und Pflegesektor voranzubringen“, sagt Dr. Wolfgang Matz.

    Forschungsprojekt mit der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité

    Neben dem Aufbau der KI-Datenbank haben Lindera und die KKH beschlossen, die Zusammenarbeit auszubauen und auf eine neue Ebene zu bringen. Zusammen mit der Forschungsgruppe Geriatrie der Berliner Charité sollen langfristige Untersuchungen die Akzeptanz der App belegen und Aufschluss darüber geben, wie es um ihre Benutzerfreundlichkeit bei Pflegefachkräften bestellt ist. „Wir ruhen uns nicht auf dem Erreichten aus. Wir haben den Anspruch, unsere Lösungen immer weiter zu verbessern. Daher sind diese Untersuchungen für uns so wichtig, damit wir an den richtigen Stellschrauben drehen und unser Produkt an neue und veränderte Anforderungen anpassen können“, sagt Lindera-Gründerin Diana Heinrichs.

    Über Kaufmännische Krankenkasse Hannover

    Die KKH Kaufmännische Krankenkasse ist eine der größten bundesweiten gesetzlichen Krankenkassen mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten. Die KKH hat frühzeitig zukunftsweisende Gesundheitsprogramme entwickelt und unterstützt ihre Versicherten konsequent bei der Entwicklung gesundheitsförderlicher Lebensstile. Die KKH bietet ihren Versicherten innovative und attraktive Leistungen. Unabhängige Testinstitute, die Service- und Leistungsqualität von gesetzlichen Krankenkasse untersuchen, bestätigen uns dieses in regelmäßigen Abständen, z. B. das FOCUS-MONEY Magazin (Ausgabe 07/2020). Die Mitarbeiter der 110 Servicestellen beraten und betreuen die Versicherten flächendeckend in allen 16 Bundesländern vor Ort. Insgesamt sind bei der KKH rund 3.900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Sitz des Unternehmens ist Hannover.

    Über Lindera GmbH

    Lindera entwickelt Data Science-Lösungen für die Pflege und Gesundheitswirtschaft. Das Unternehmen mit Sitz in Berlin-Kreuzberg wurde Anfang 2017 gegründet. Für seine technologische Innovation (KI) im Bereich der 3D-Bewegungsanalysen wurde Lindera mehrfach von Fachjurys ausgezeichnet. Das Unternehmen hat den Demografie Exzellenz Award 2017, die Start-up Challenge auf der Altenpflege 2018 und den Digital Health Wettbewerb der BARMER gewonnen. Für den Einsatz im Entlassmanagement und im Bereich Geriatrie/Reha wurde Lindera von führenden Krankenhausbetreibern zum Medica Start-up 2018 gewählt. Lindera wird u.a. vom renommierten Frühphaseninvestor„Rheingau Founders“ (Mitinitiatoren von Lieferando.de / Simplesurance / Medlanes / Humanoo) unterstützt, Entwicklungspartner sind u.a. die AOK Nordost und die Malteser.

    Was Kunden sagen

    Gerade wenn Menschen älter werden, erhöht sich das Risiko für Stürze. Wir kooperieren in acht Bundesländern, um mit der Lindera SturzApp die komplexen Gangbewegungen zu analysieren und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz das individuelle Sturzrisiko der Senior*innen zu ermitteln.

    Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH

    Mit der Integration der Lindera Mobilitätsanalyse in unsere myneva.heimbas Pflegesoftware ermöglichen wir Pflegekräften, die Analyse einfach und schnell zu dokumentieren und damit ihren Arbeitsalltag zu optimieren.

    Dr. Hartmut Clausen, Geschäftsführer der myneva

    Künstliche Intelligenz im Pflegealltag: Indem wir die Lindera Mobilitätsanalyse in unser System integrieren, öffnen wir unsere Plattform für Innovationen und verankern gleichzeitig eine konkrete Prozessverbesserung in den Einrichtungen.

    Iris Christiansen, Geschäftsführerin DAN Produkte

    Digitalisierung in der Pflege bedeutet die dadurch veränderten analogen Strukturen zwingend mitzudenken, gerade in organisierter stationärer Pflege. Bei der Evaluation des Lindera-Mobilitätsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen gilt es daher den „dyadischen“ Nutzen für Pflegende und Gepflegte in den Blick zu nehmen. Unsere Erwartung ist hier, pflegerischen Nutzen nachhaltig nachweisen zu können.

    Prof. Dr. habil. Jürgen Zerth, Institutsleitung Forschungsinstitut IDC

    Die Partnerschaft mit Lindera ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg, den Pflegebedürftigen eine moderne, digitale Versorgung zu bieten. Mit Lindera gewinnen wir einen echten Vorsprung durch Technik für die mit uns kooperierenden Einrichtungen, Pflegekräfte und natürlich die Senior*innen.

    Dirk Lauenstein, Vorstand der Audi BKK

    Die KNAPPSCHAFT und Lindera bieten mit der SturzApp eine Möglichkeit, Sturzprävention auf der Basis neuer Technologien und Erkenntnisse zu ermöglichen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um Mobilität und Lebensqualität unserer Versicherten zu erhalten oder zu verbessern.

    Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

    Wir sehen in Lindera einen innovativen Projektpartner mit dem wir einen gemeinsam Weg zur weiteren Digitalisierung für unsere Kunden gehen wollen.

    Dana Kadach, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Pflege-Vertragsmanagement stationär

    Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Niemand ist gern abhängig. Und niemand möchte im Alter den eigenen Kindern zur Last fallen. Die Digitalisierung bietet uns die Chance, mit neuen Technologien und hoher Flexibilität unsere Selbstbestimmung länger zu erhalten. Die Perspektive muss sein, länger zu Hause leben zu können und sich dennoch sicher zu fühlen.

    Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, MdB

    Mit Lindera haben wir einen starken Partner an unserer Seite auf dem Weg in die digitale Pflege. Die Einführung der Lindera Mobilitätsanalyse erhöht die Service-Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und erleichtert den Alltag unseres Pflegepersonals.

    Sascha Saßen, Leiter für Qualität und Ethik bei KORIAN Deutschland

    Die Maßnahmenplanung muss von der Bedarfsanalyse des Bewohners abgeleitet sein – das kann mit digitaler Unterstützung geschehen. Sie muss vor allem individuell, qualitätsgesichert und gemäß Expertenstandard aktuell sein.

    Kerstin Steinke, Leiterin Geschäftsbereich Pflege MDK Sachsen-Anhalt e.V.

    Wir erhoffen uns von Lindera ein validiertes und technisch unterstütztes Assessmentverfahren, welches in der Praxis von Senioren, Angehörigen und Pflegekräften einfach angewendet werden kann. Durch eine wissenschaftliche Begleitung der App soll dies gelingen

    Dr. Anika Heimann-Steinert, Charité Universitätsmedizin Berlin

    In der stärkeren Kooperation mit Social Entrepreneurs sehen wir als Caritas ein großes Potenzial, um gemeinsam die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu schultern und soziale Innovationen zu verbreiten. Unsere Zusammenarbeit mit der Lindera GmbH mit ihrer innovativen Mobilitätsanalyse ist hierfür ein sehr gutes Beispiel.

    Sebastian Koppers, Geschäftsführer Caritas Münster