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    Ergebnisse der AOK Baden-Württemberg zeigen: Lindera Technologie senkt das Sturzrisiko in Pflegeeinrichtungen um knapp 20 Prozent

    25. Oktober 2021 von Alissa Dovgucic
    • Einsatz der Lindera SturzApp wird gemeinsam mit AOK Baden-Württemberg sowie Charité-Universitätsmedizin in 16 Pflegeeinrichtungen evaluiert
    • Trotz Isolation in Corona-Pandemie signifikante Senkung des Sturzrisikos und Verbesserung der Mobilität und Lebensqualität von Senior*innen
    • Produktivitätsgewinn und Optimierung von Prozessen für Fach- und Pflegepersonal

    Gesundheitsförderung ist im Alter eng mit Mobilitätsförderung verknüpft. Stürze und ihre Folgen sind das größte Hindernis für aktives und selbstbestimmtes Altern. Die SturzApp des Healthtech-Unternehmens Lindera hilft, das Sturzrisiko zu minimieren – das zeigt nun eine erstmals umgesetzte Evaluation. 20 Monate testete Lindera in Kooperation mit der AOK Baden-Württemberg und der Charité-Universitätsmedizin in Berlin die App in 16 Pflegeeinrichtungen. Die Ergebnisse beweisen, dass der Einsatz der App, das Sturzrisiko signifikant gesenkt hat, die Ganggeschwindigkeit verbessert wurde und die Angst der Senior*innen vor Stürzen enorm abgenommen hat.

    Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gehören Stürze und ihre Folgen zu den häufigsten Unfall- und Verletzungsursachen im Alter. Bis zu 42 Prozent der über 70-jährigen stürzen im Verlauf eines Jahres. Das führt zu Gesundheitseinschränkungen bis hin zum Tod. Doch Mobilität im Alter zu erhalten und damit lange selbstbestimmt zu leben, ist essenziell. Und gerade bei häufiger Bewegung sind Stürze nahezu unvermeidbar. Das Healthtech-Unternehmen Lindera hat genau für dieses Hindernis von aktivem Altern eine App entwickelt – die Lindera Mobilitätsanalyse, kurz SturzApp, die mit künstlicher Intelligenz (KI), basierend auf dem Expertenstandard und problemlos integriert in das Pflegedokumentationssystem.

    In Zusammenarbeit mit der AOK Baden-Württemberg wurde die SturzApp nun über einen Zeitraum von 20 Monaten (1. September 2019 bis 1. Mai 2021) in 16 stationären Pflegeeinrichtungen des Bundeslands getestet. 566 Mobilitätsanalysen wurden mithilfe der App im Laufe des Projekts durchgeführt. Die anschließende Auswertung durch die Charité-Universitätsmedizin in Berlin zeigte überzeugende Ergebnisse.

    Verbesserung in allen Bereichen durch Einsatz der SturzApp

    Für die Analyse wurden App-Daten von 94 Senior*innen und Feedbackfragebögen von 16 Pflegekräften und 24 Senior*innen evaluiert. Die Daten zeigen signifikante Verbesserungen nach dem Einsatz der Lindera Mobilitätsanalyse. Der Sturzgrad reduzierte sich um 17,8 Prozent von Erst- zu Folgeanalyse. Die Ergebnisse waren dabei unabhängig von der Subgruppe der Senior*innen – unter ihnen waren auch 43 Prozent Demenzpatient*innen und 76 Prozent, die ein Hilfsmittel wie Gehstock oder Rollator nutzten.

    Auch die Anzahl der Stürze mit Verletzungsfolge oder anschließenden Krankenhausaufenthalten verringerte sich. Die Ganggeschwindigkeit verbesserte sich um 16 Prozent von Erst- zu Folgeanalyse und auch die Sturzangst und die damit einhergehende psychische Belastung verringerte sich signifikant um 38 Prozent.

    Selbst die Motivation der Senior*innen stieg an: 92 Prozent von ihnen haben damit begonnen, Maßnahmen zu planen, um ihre Gesundheit in den bestehenden Strukturen weiter zu fördern. Auch 81 Prozent der Pflegekräfte bewertete den Einsatz der SturzApp als effektiv. Das Ergebnis zeigt, dass sich Stürze nachweislich vermeiden lassen, wenn Risikofaktoren systematisch erfasst und gezielte Maßnahmen zur Mobilitätsförderung ergriffen werden.

    Konstanter Fortschritt trotz Isolation im Rahmen der Pandemie

    „Diese Zahlen zeigen uns, wieviel Potential für künstliche Intelligenz und andere Big Data-Lösungen im Gesundheitswesen liegen“, sagt Diana Heinrichs, CEO und Co-Founder von Lindera. „Zum einen für die direkte Verbesserung der Lebensqualität, zum anderen aber auch für eine Produktivitätssteigerung und Optimierung der Situation für Fach- und Pflegekräfte in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhaus.“

    Auch Jutta Ommer-Hohl, Stabsbereichsleiterin im Unternehmensbereich Kunde und Gesundheit zeigt sich überzeugt: „Die Ergebnisse in 16 Pflegeeinrichtungen belegen, dass wir moderne, selbstlernende Werkzeuge haben, die Stürze nicht nur vermeiden, sondern aktiv dazu beitragen, die Mobilität und Bewegung von Senior*innen zu fördern.“

    Angesichts der globalen Corona-Pandemie und der damit verbundenen sozialen Isolationen von Senior*innen wäre eine konstante Entwicklung des Sturzgrads und der Folgen bereits ein Erfolg für das Projekt gewesen, so die auswertenden Wissenschaftler*innen der Charité-Universitätsmedizin in Berlin. Nun spiegeln die Ergebnisse der Evaluation wider, dass mit dem Rückgang der Sturzangst, der Reduktion des Sturzgrads und der Akzeptanz bei Pflegekräften eine Steigerung der Lebensqualität bei den Bewohner*innen und ein Nutzen für das Pflegepersonal einhergeht.

    Sturzrisiken systematisch senken

    Die Lindera Mobilitätsanalyse, kurz SturzApp, ermittelt das individuelle Sturzrisiko einfach und präzise per App auf dem Smartphone oder Tablet. Das diagnoseunterstützende Verfahren beruht auf dem Expertenstandard Sturzprophylaxe. Die 3D-Bewegung zur Ermittlung des Gangbilds wird mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz ermittelt. Über eine Videoaufnahme von ca. 30 Sekunden und einem Fragebogen ermitteln unsere patentierten Algorithmen das individuelle Risiko auf einer Skala von 0 bis 100. Hilfsmittel wie Rollator oder Gehstock sind erlaubt.

    Die resultierende Analyse gibt personalisierte Empfehlungen zur Sturzprävention und den Erhalt der Mobilität im Alter. Mit der wiederholten Anwendung lassen sich Entwicklungsverläufe darstellen und Systematiken entwickeln, um gezielt am Mobilitätserhalt und der Sturzvermeidung zu arbeiten. Die Lindera Mobilitätsanalyse ist ein CE gekennzeichnetes Medizinprodukt. Die App lässt sich mühelos an die führenden Dokumentationssysteme anbinden, um Fachkräfte spürbar zu entlasten.

    Was Kunden sagen

    Gerade wenn Menschen älter werden, erhöht sich das Risiko für Stürze. Wir kooperieren in acht Bundesländern, um mit der Lindera SturzApp die komplexen Gangbewegungen zu analysieren und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz das individuelle Sturzrisiko der Senior*innen zu ermitteln.

    Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH

    Mit der Integration der Lindera Mobilitätsanalyse in unsere myneva.heimbas Pflegesoftware ermöglichen wir Pflegekräften, die Analyse einfach und schnell zu dokumentieren und damit ihren Arbeitsalltag zu optimieren.

    Dr. Hartmut Clausen, Geschäftsführer der myneva

    Künstliche Intelligenz im Pflegealltag: Indem wir die Lindera Mobilitätsanalyse in unser System integrieren, öffnen wir unsere Plattform für Innovationen und verankern gleichzeitig eine konkrete Prozessverbesserung in den Einrichtungen.

    Iris Christiansen, Geschäftsführerin DAN Produkte

    Digitalisierung in der Pflege bedeutet die dadurch veränderten analogen Strukturen zwingend mitzudenken, gerade in organisierter stationärer Pflege. Bei der Evaluation des Lindera-Mobilitätsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen gilt es daher den „dyadischen“ Nutzen für Pflegende und Gepflegte in den Blick zu nehmen. Unsere Erwartung ist hier, pflegerischen Nutzen nachhaltig nachweisen zu können.

    Prof. Dr. habil. Jürgen Zerth, Institutsleitung Forschungsinstitut IDC

    Die Partnerschaft mit Lindera ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg, den Pflegebedürftigen eine moderne, digitale Versorgung zu bieten. Mit Lindera gewinnen wir einen echten Vorsprung durch Technik für die mit uns kooperierenden Einrichtungen, Pflegekräfte und natürlich die Senior*innen.

    Dirk Lauenstein, Vorstand der Audi BKK

    Die KNAPPSCHAFT und Lindera bieten mit der SturzApp eine Möglichkeit, Sturzprävention auf der Basis neuer Technologien und Erkenntnisse zu ermöglichen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um Mobilität und Lebensqualität unserer Versicherten zu erhalten oder zu verbessern.

    Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

    Wir sehen in Lindera einen innovativen Projektpartner mit dem wir einen gemeinsam Weg zur weiteren Digitalisierung für unsere Kunden gehen wollen.

    Dana Kadach, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Pflege-Vertragsmanagement stationär

    Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Niemand ist gern abhängig. Und niemand möchte im Alter den eigenen Kindern zur Last fallen. Die Digitalisierung bietet uns die Chance, mit neuen Technologien und hoher Flexibilität unsere Selbstbestimmung länger zu erhalten. Die Perspektive muss sein, länger zu Hause leben zu können und sich dennoch sicher zu fühlen.

    Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, MdB

    Mit Lindera haben wir einen starken Partner an unserer Seite auf dem Weg in die digitale Pflege. Die Einführung der Lindera Mobilitätsanalyse erhöht die Service-Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und erleichtert den Alltag unseres Pflegepersonals.

    Sascha Saßen, Leiter für Qualität und Ethik bei KORIAN Deutschland

    Die Maßnahmenplanung muss von der Bedarfsanalyse des Bewohners abgeleitet sein – das kann mit digitaler Unterstützung geschehen. Sie muss vor allem individuell, qualitätsgesichert und gemäß Expertenstandard aktuell sein.

    Kerstin Steinke, Leiterin Geschäftsbereich Pflege MDK Sachsen-Anhalt e.V.

    Wir erhoffen uns von Lindera ein validiertes und technisch unterstütztes Assessmentverfahren, welches in der Praxis von Senioren, Angehörigen und Pflegekräften einfach angewendet werden kann. Durch eine wissenschaftliche Begleitung der App soll dies gelingen

    Dr. Anika Heimann-Steinert, Charité Universitätsmedizin Berlin

    In der stärkeren Kooperation mit Social Entrepreneurs sehen wir als Caritas ein großes Potenzial, um gemeinsam die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu schultern und soziale Innovationen zu verbreiten. Unsere Zusammenarbeit mit der Lindera GmbH mit ihrer innovativen Mobilitätsanalyse ist hierfür ein sehr gutes Beispiel.

    Sebastian Koppers, Geschäftsführer Caritas Münster