Eine andere Form der Mietpreisbremse, ein (un)gewöhnlicher Nachbar

Wie viele Studenten hadern damit, in München, Helsinki oder Singapur zu studieren, weil die Mieten einfach horrend sind? Ein ordentliches WG Zimmer unter 400 Euro zu finden, ist nicht einfach. Mit einem Blick auf die Mietpreise rangiert die finnische Hauptstadt zum Beispiel vor Genf, Rom und New York.

Anders ist es bei Taimi. Sie ist rund 60 Jahre älter als der Durchschnittsstudent und kann sich ihr Zimmer in der finnischen Hauptstadt leisten. Sie lebt im Altersheim auf Laajasalo, einer Insel vor Helsinki. Sie plagt weniger die hohen Mieten also mehr ihre Augen, die Einsamkeit und die Gelenke.  Dabei malt sie gerne in Gesellschaft – und an Motiven mangelt es auf der malerischen Insel nicht.

Für die Gesellschaft sorgen seit kurzem Studenten. Denn drei von ihnen wohnen temporär im Altenheim. Warum? Um den hohen Mieten zu entgehen und Schwung in das Haus zu bringen. Einer von ihnen ist Jonatan Shaya.

Angeblich hat keiner ihn für verrückt gehalten, damals, als Jonatan Shaya erzählte, er ziehe in ein Altenheim. Mit 19. – enorm, Nov/Dez 2016

 

Es bewarben sich mehr als 300 Interessenten auf drei Zimmer im Rudolf-Stift. Jonatan zog das los – und scheint es auch nicht zu bereuen. Er geht mit Tiami spazieren, malt im Garten mit ihr und anderen. Sie erzählen sich alte wie neue Geschichten und lernen voreinander.

Viele Bewerber sein bereit gewesen, mehr als die vorgegebene Stundenzahl mit den alten Mitbewohnern zu verbringen, sagt Mika Mielonen. Es ist ein Vorurteil, dass junge Leute keine Alten mögen und umgekehrt.“ – enorm, Nov/Dez 2016

 

Mielonen, ein Mitarbeiter der Jungendabteilung der Stadtverwaltung, hat ein ähnliches Modell im niederländischen Deventer entdeckt und es führ Helsinki kopiert.

Ist das auch ein Vorbild für München, Hamburg und Frankfurt?

Die Geschichte von Tiami und Jonatan habe ich in der ashoka Zeitschrift enorm, Ausgabe November / Dezember 2016 gefunden.

img_1692
img_1691