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    Charité-Studie: Lindera-App senkt das Sturzrisiko langfristig

    09. Dezember 2021 von Alissa Dovgucic

    Digitale Sturzrisiko-Analyse ist schneller und effizienter als analoge Verfahren

    Eine vom Berliner Health-Tech-Unternehmen Lindera und der AOK Nordost in Auftrag gegebene Studie der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat eine digitale Sturzrisiko-Analyse mit klassischen analogen Analysetools verglichen. Das Ergebnis:  Die „SturzApp“ von Lindera erfasst das Sturzrisiko umfangreicher, schneller und nachhaltiger als herkömmliche klinische Analyseverfahren, die oft noch ausschließlich auf Fragebögen basieren. Dazu senkt die digitale Mobilitätsanalyse das Sturzrisiko langfristig. So verringert der Einsatz der App bei den Studienteilnehmer:innen das Sturzrisiko innerhalb von sechs Monaten und bei zweimaliger Analyse um elf Prozent. Von der ersten bis zur dritten Analyse konnte das Sturzrisiko um mehr als 15 Prozent gesenkt werden.

    Für die Studie wurde die SturzApp über einen Zeitraum von 22 Monaten in 15 Einrichtungen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern integriert. Dabei wurde die Lindera Mobilitätsanalyse unter anderem auf Umfang, Schnelligkeit und Kosten-Nutzen-Effizienz getestet und mit den herkömmlichen analogen Verfahren verglichen. Dafür wurden 491 Mobilitätsanalysen per App durchgeführt und anonym ausgewertet. Für den Kosten-Nutzen-Vergleich zu anderen Verfahren unterzogen sich Seniorinnen und Senioren zusätzlich weiteren klinisch etablierten Untersuchungen zur Sturzrisikobewertung.

    Künstliche Intelligenz ermittelt individuelles Sturzrisiko per App

    Die als Medizinprodukt zertifizierte digitale Bewegungsanalyse von Lindera basiert auf künstlicher Intelligenz und lässt sich problemlos in das Pflegedokumentationssystem integrieren. Sie ermittelt in nur zehn Minuten das individuelle Sturzrisiko einfach und präzise per App auf dem Smartphone oder Tablet. Das diagnoseunterstützende Verfahren beruht auf dem Expertenstandard Sturzprophylaxe. Die 3D-Bewegung zur Ermittlung des Gangbilds wird mit Hilfe Künstlicher Intelligenz ermittelt. Die Risikoanalyse setzt sich dabei aus den Parametern Zeit für den Testlauf, Gleichgewicht, Haltung, Gangart, Schrittlänge, Schwanken, Schrittsymmetrie und Kadenz zusammen. Über eine Videoaufnahme von ca. 30 Sekunden und einen Fragebogen ermitteln Linderas patentierte Algorithmen das individuelle Risiko. Im Anschluss an die Analyse gibt die App personalisierte Empfehlungen zur Sturzprävention und zum Erhalt der Mobilität im Alter.

    Technologie senkt Sturzrisiko und ermöglicht neues Arbeiten in der Pflege

    Die Langzeitstudie bestätigt: Der Einsatz der Medizinapp senkt das Sturzrisiko innerhalb von sechs Monaten und bei zweimaliger Analyse um elf Prozent. Von der ersten bis zur dritten Analyse minimierte sich das Sturzrisiko um mehr als 15 Prozent. Mit wiederholter Anwendung lassen sich zudem Entwicklungsverläufe darstellen und Systematiken entwickeln, um gezielt am Mobilitätserhalt und der Sturzvermeidung zu arbeiten. „Künstliche Intelligenz und einfache, mobile Lösungen leisten einen messbaren Beitrag zur Gesundheitsförderung, wenn sie in den Versorgungsalltag der Fachkräfte integriert sind“, sagt Diana Heinrichs, CEO und Co-Founder von Lindera. „Zum einen zeigt die SturzApp direkten Einfluss auf die Mobilität und damit die Lebensqualität im Alter. Zum anderen zeigt die Studie, dass sie bestehende klinische Verfahren langfristig ablösen kann. Das ermöglicht Pflegekräften eine neue Form des Zusammenarbeitens mit den Senior:innen. Es verändert auch die Arbeit unter Fachkollegen und hilft, den Fokus auf die soziale Betreuung zu setzen.“

    Digitale Gesundheitsanwendung ermöglicht ein selbstbestimmtes Altern

    „Wir müssen auch in der Pflege das Potenzial der Digitalisierung viel stärker nutzen“, sagt Dr. Katharina Graffmann-Weschke, Ärztin und Leiterin des Bereiches Versorgungsmanagement bei der AOK Nordost. „Stürze gehören zu den größten Gesundheitsrisiken im Alter, insbesondere in der Pflege. Jeder zweite Heimbewohner stürzt mindestens einmal pro Jahr. Ein Viertel der Stürze führt zu Frakturen und ein Großteil der Senioren regeneriert danach nicht mehr vollständig. Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit digitalen Unterstützungsmöglichkeiten den Seniorinnen und Senioren ein aktives Altern ermöglichen können.“ Wichtig sei aber auch die Akzeptanz entsprechender Anwendungen – sowohl auf Seiten des Fachpersonals als auch auf Seiten der Versicherten. „Hier sehen wir bei der SturzApp einen großen Zuspruch auf beiden Seiten“, sagt Dr. Graffmann-Weschke. So haben weitere 36 Pflegeheime bereits Interesse am Einsatz der SturzApp gegenüber der AOK Nordost bekundet.

    Was Kunden sagen

    Gerade wenn Menschen älter werden, erhöht sich das Risiko für Stürze. Wir kooperieren in acht Bundesländern, um mit der Lindera SturzApp die komplexen Gangbewegungen zu analysieren und mit Hilfe Künstlicher Intelligenz das individuelle Sturzrisiko der Senior*innen zu ermitteln.

    Andrea Schneider, Leiterin der Pflegekasse bei der KKH

    Mit der Integration der Lindera Mobilitätsanalyse in unsere myneva.heimbas Pflegesoftware ermöglichen wir Pflegekräften, die Analyse einfach und schnell zu dokumentieren und damit ihren Arbeitsalltag zu optimieren.

    Dr. Hartmut Clausen, Geschäftsführer der myneva

    Künstliche Intelligenz im Pflegealltag: Indem wir die Lindera Mobilitätsanalyse in unser System integrieren, öffnen wir unsere Plattform für Innovationen und verankern gleichzeitig eine konkrete Prozessverbesserung in den Einrichtungen.

    Iris Christiansen, Geschäftsführerin DAN Produkte

    Digitalisierung in der Pflege bedeutet die dadurch veränderten analogen Strukturen zwingend mitzudenken, gerade in organisierter stationärer Pflege. Bei der Evaluation des Lindera-Mobilitätsmanagements in stationären Pflegeeinrichtungen gilt es daher den „dyadischen“ Nutzen für Pflegende und Gepflegte in den Blick zu nehmen. Unsere Erwartung ist hier, pflegerischen Nutzen nachhaltig nachweisen zu können.

    Prof. Dr. habil. Jürgen Zerth, Institutsleitung Forschungsinstitut IDC

    Die Partnerschaft mit Lindera ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg, den Pflegebedürftigen eine moderne, digitale Versorgung zu bieten. Mit Lindera gewinnen wir einen echten Vorsprung durch Technik für die mit uns kooperierenden Einrichtungen, Pflegekräfte und natürlich die Senior*innen.

    Dirk Lauenstein, Vorstand der Audi BKK

    Die KNAPPSCHAFT und Lindera bieten mit der SturzApp eine Möglichkeit, Sturzprävention auf der Basis neuer Technologien und Erkenntnisse zu ermöglichen. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag, um Mobilität und Lebensqualität unserer Versicherten zu erhalten oder zu verbessern.

    Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT

    Wir sehen in Lindera einen innovativen Projektpartner mit dem wir einen gemeinsam Weg zur weiteren Digitalisierung für unsere Kunden gehen wollen.

    Dana Kadach, AOK Nordost – Die Gesundheitskasse, Pflege-Vertragsmanagement stationär

    Selbstbestimmung ist ein hohes Gut. Niemand ist gern abhängig. Und niemand möchte im Alter den eigenen Kindern zur Last fallen. Die Digitalisierung bietet uns die Chance, mit neuen Technologien und hoher Flexibilität unsere Selbstbestimmung länger zu erhalten. Die Perspektive muss sein, länger zu Hause leben zu können und sich dennoch sicher zu fühlen.

    Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, MdB

    Mit Lindera haben wir einen starken Partner an unserer Seite auf dem Weg in die digitale Pflege. Die Einführung der Lindera Mobilitätsanalyse erhöht die Service-Qualität für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und erleichtert den Alltag unseres Pflegepersonals.

    Sascha Saßen, Leiter für Qualität und Ethik bei KORIAN Deutschland

    Die Maßnahmenplanung muss von der Bedarfsanalyse des Bewohners abgeleitet sein – das kann mit digitaler Unterstützung geschehen. Sie muss vor allem individuell, qualitätsgesichert und gemäß Expertenstandard aktuell sein.

    Kerstin Steinke, Leiterin Geschäftsbereich Pflege MDK Sachsen-Anhalt e.V.

    Wir erhoffen uns von Lindera ein validiertes und technisch unterstütztes Assessmentverfahren, welches in der Praxis von Senioren, Angehörigen und Pflegekräften einfach angewendet werden kann. Durch eine wissenschaftliche Begleitung der App soll dies gelingen

    Dr. Anika Heimann-Steinert, Charité Universitätsmedizin Berlin

    In der stärkeren Kooperation mit Social Entrepreneurs sehen wir als Caritas ein großes Potenzial, um gemeinsam die Herausforderungen im Sozial- und Gesundheitsbereich zu schultern und soziale Innovationen zu verbreiten. Unsere Zusammenarbeit mit der Lindera GmbH mit ihrer innovativen Mobilitätsanalyse ist hierfür ein sehr gutes Beispiel.

    Sebastian Koppers, Geschäftsführer Caritas Münster